Das CJD - Die Chancengeber CJD Nienburg

Neues Mutter/Vater-Kind-Wohnen im CJD Nienburg

11.04.2019 CJD Nienburg « zur Übersicht

Im CJD Nienburg wird seit Anfang März ein neues Wohnprojekt angeboten: das stationäre Mutter/Vater-Kind-Wohnen. Das Projekt bietet Wohnen für alleinerziehende Eltern mit geistigen oder psychischen Erkrankungen an. In der Siedlung nördlich des Bahnhofs stehen insgesamt acht Wohnungen zur Verfügung, die derzeit von Kay-Uwe Ernsting saniert werden, wie die Harke bereits berichtete. Laut der CJD-Einrichtungsleiterin Sabine Pflaum, gab es solch ein Angebot bisher nur ein einziges Mal im Landkreis Cloppenburg. „ Wir sind jetzt die zweite Einrichtung in Niedersachsen mit einem solchen Projekt und die erste im Landkreis Nienburg“, sagt Pflaum. Marita Buschhorn, Bereichsleitung Frühe Hilfen und Ambulante Hilfen und Gruppenleiterin Angelika Schäfer-Gansi sind für das Projekt zuständig. Das Angebot finanziert sich über die Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe des Landkreises. Das CJD bietet unter anderem auch teilstationäres Wohnen an, der Unterschied bei diesem Projekt ist, dass die Betreuung von Eltern und Kindern für 24 Stunden am Tag gewährleistet ist. Um die Eltern zu unterstützen, arbeitet ein multiprofessionelles Team bestehend aus einer Kinderkrankenschwester, einer Hauswirtschafterin und einer Psychologin eng zusammen. „Unsere Mitarbeiter absolvieren dafür Weiterbildungen“, sagt Pflaum. Dass alle acht Wohnungen bis zum Ende des Jahres bezogen sein werden, davon geht sie aus. Die Eltern für dieses Wohnprojekt, werden über das Jugendamt oder die Eingliederungshilfe des Landkreises, wo der Förderbedarf für stationäres Wohnen festgestellt wird, vermittelt. Im Erdgeschoss befindet sich ein Gemeinschaftsbereich für alle Bewohner. ,, Wir wollen den Eltern und ihren Kindern eine Tagesstruktur mit gemeinsamen Mahlzeiten etc. geben“, erklärt Pflaum: ,,Wichtig ist aber die eigene Wohnung für jeden, um als Familie geschützt leben zu können. Sie sollen üben dürfen, eine Wohnung zu versorgen.“ Außerhalb des stationären Wohnens ein selbstbestimmtes Leben zu führen sei das Ziel - auch wenn es theoretisch möglich wäre, bis zum 18. Lebensjahr des Kindes bleiben zu dürfen. „Es geht um das Wahrnehmen der Bedürfnisse der Kinder“, betont Pflaum. Die Eltern sollen Lernen im Alltag zurechtzukommen, sie dürfen dabei aber weder sich selbst noch die Kinder vergessen. Die Einrichtungsleiterin Frau Pflaum und ihre Mitarbeiter*innen freuen sich sehr, dass Mutter/Vater-Kind-Wohnen nun anbieten zu können - noch dazu in fußläufiger Entfernung vom CJD. „2013 haben wir das teilstationäre Wohnen für Eltern und Kinder aufgebaut. Wenn dann ein stationäres Wohnen mit einer 24-stündigen Betreuung notwendig wurde, mussten sie den Landkreis verlassen, weil es das hier bisher nicht gab“, sagt Marita Buschhorn. Sven Kühtz, Mitarbeiter vom CJD findet das Angebot ein, ,, tolles Geburtstagsgeschenk“ für das CJD, das in diesem Jahr sein 50. Jähriges Bestehen feiert. Dankbar sind er und seine Kolleg*innen auch Herrn Kay-Uwe Ernsting: ,, Er hat uns bei unserem Vorhaben unterstützt und das Haus nach unseren Wünschen saniert. Die Familien können dort wie in einem Neubau in schöner Atmosphäre leben und sind nah am CJD sowie am Stadtzentrum“, sagt Pflaum. Das stationäre Wohnen in dem Gebiet ist für sie Inklusion wie sie sein soll. „ Das Angebot besteht direkt dort in der Stadt, wo auch andere Menschen wohnen. Im Sinne des Bundesteilhabegesetztes ist es gewollt, dass wir zur inklusiven Gesellschaft werden. Und auch Menschen mit Behinderungen haben das Recht, mit ihren Kindern zusammenzuleben“, betont die Einrichtungsleiterin.