Das CJD - Die Chancengeber CJD Nienburg

Zusammen ist es gar nicht so schwer

29.10.2018 CJD Nienburg « zur Übersicht

Ich bin Natalia, ich komme aus Griechenland und bin 15 Jahre alt. Als meine Mutter und mein Vater gesagt haben, dass wir nach Deutschland fliegen und für immer dort bleiben werden, war ich echt schockiert. Seitdem ich nach Deutschland gekommen bin, war ich traurig, ich weinte jeden Tag, denn ich habe alle meine Freunde verloren. Nachdem ich in der Schule angemeldet wurde, war ich glücklich, denn ich dachte, dass ich dort sofort neue Freunde finden werde. Doch es kam anders, ich habe während meines ersten Schuljahres in Deutschland keine einzige Freundin und keinen einzigen Freund gefunden. Ich fühlte mich sehr allein. Im darauffolgenden Schuljahr konnte ich zumindest ein paar Kontakte knüpfen. In der neunten Klasse habe ich dann endlich eine richtige Freundin gefunden, sie kommt genau wie ich aus Griechenland. Endlich hatte ich jemanden, mit dem ich die Pausen verbringen konnte. Und nicht nur das, wir verabredeten uns auch für den Nachmittag, zu diesen Treffen brachte sie auch weitere Freunde mit, die auch meine Freunde wurden. Erstmals hatte ich das Gefühl dazuzugehören. In der neunten Klasse habe ich ein Schulpraktikum in einem Hotel absolviert, auch hier habe ich viel wirklich freundliche Menschen kennengelernt. Nun besuche ich die zehnte Klasse und mache zurzeit ein Praktikum im Jugendmigrationsdienst (JMD) des CJD Nienburg. Auch hier habe ich viel Spaß und begegne sehr freundlichen Menschen. Ich kannte das CJD schon vor meinem Praktikum. Hier gibt es ein Theaterprojekt „s`putnike“ bei dem ich mit mache. Dort habe ich neue junge Menschen kennengelernt. Wir haben bei dem Projekt richtig viel Spaß und machen echt coole Sachen. Heute kann ich meine Eltern verstehen, warum wir nach Deutschland gekommen sind, sie haben das für mich und meine Schwester getan, sie wünschen sich für uns eine bessere Zukunft und arbeiten jeden Tag hart dafür, auch für sie war die Umstellung alles andere als leicht. Ich bin sehr stolz auf meine Eltern und auch auf mich, dass wir es geschafft haben, unseren Weg zu finden. Und wenn wir gemeinsam aufeinander zugehen, Begegnungen schaffen, dann schaffen wir alles andere auch! Mein Traum ist es nach der Schule eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen. Ich möchte gerne Menschen helfen, die schwierige Zeiten durchleben. Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass ich das schaffen kann. Als ich klein war, spielte ich gerne Volleyball und jetzt möchte ich gerne wieder spielen. Ich werde mich in einem Verein anmelden, damit ich diese Sportart wieder ausüben kann. Beim Sportverein gibt es viele Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen und auch andere Menschen kennenzulernen.